Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hebegurte zum Kranen


STM
15.03.2005, 11:40
Liebe Freunde
Beim Kranen meine Bootes mit den Hebeschlingen bekomme ich immer kräftige Magenbeschwerden, wenn ich sehe wie sich die Schläuche deformieren.
ganz abgesehen davon, dass es immer probleme gibt, die Gurten zwischen Boot und Anhngerstützen zu kriegen (und auch wieder raus)
und vielleicht sind die örtlichen Hebeschlingen verdreckt, und dann mein Bootchen auch. :cognemur :wein
siehe Bild:

ich möchte auch so Kranen wie Peter seinen Highlander auf dem anderen Bild. :wow:

jetzt wieder die grosse Frage. wie dimensioniere ich die Anschlagpunkte dass die Fuhre auch hält. den Gurt zu berechnen ist ja wohl die einfachere Aufgabe.

hat jemend von Euch schon gute/schlechte Erfahrungen mit so hebegurten gemacht?

lGmartin

dodl
15.03.2005, 11:57
Hallo,

Also DAS halte ich fuer eine eher gefaehrliche Idee, ohne umfassende Kenntnisse des Rumpfaufbaus.

Wenn so ein Boot entsprechende Gurtaufnahmen an Deck hat, dann ist das Deck dort auch entsprechend konzipiert. Ich kenne ein ganz aehnliches Problem mit den self righting bags. Das kann man bei ein paar Booten schlichtweg vergessen, weil der A-Frame ein Loch ins Deck reissen wuerde, wenn das Ding losgeht. Das Laminat bei meinem Boot ist in dem Bereich stellenweise gute 10cm dick ueber einen marine ply Kern laminiert.

Wenn du da nicht wirklich ein OK von Selva kriegst, incl. der Positionierung der Anschlagpunkte waere ich da vorsichtig. Das Deck ist generell ein bisschen ein Stiefkind bei den eher "med style" ribs, einfach weils nicht noetig ist dort kiloweise Harz und Faser reinzubuttern.

Und einen Stringer als Anschlagpunkt zu verwenden? Das zieht unter Umstaenden wieder ganz massiv am Rumpf, denn der Stringer ist eigentlich eher zur Längsversteifung gedacht. Viel Spielraum mit der Positionierung hast du auch nicht, weil das Boot ja halbwegs gleichmaessig sein Gewicht auf die Gurten verteilen soll.

cu
martin

STM
15.03.2005, 12:08
@dodl-martin
danke für deine ausführliche beschreibung meines problems.
ich habs gehofft/befürchtet dass da so eine Antwort von dir kommt.

ich werd mal versuchen mit SELVA das zu beplauschen.
(mit meinem Lieblingshändler södlich von Wien :cognemur )

lG

Ferdi
15.03.2005, 12:13
@dodl-martin
danke für deine ausführliche beschreibung meines problems.
ich habs gehofft/befürchtet dass da so eine Antwort von dir kommt.

ich werd mal versuchen mit SELVA das zu beplauschen.
(mit meinem Lieblingshändler södlich von Wien :cognemur )

lG


jaja, aber Dein Lieblingsverkäufer von dort scheint ja jetzt eh wo anders zu sein :17 .

dodl
15.03.2005, 12:14
Welcher Haendler ist denn das?
Sorry, ich weiss es echt nicht :)

Sowas wie ein "RD Lab" hat Selva wohl auch in irgendeiner Form. Vielleicht kriegst du ueber den direkten Kontakt sogar mehr raus. Da muss sich ja ein Techniker finden, der das genau sagen kann. Ich quaele Avon auch des oefteren mit Fragen und krieg immer Antwort von so nem "technical department".

Das Tornado is natuerlich fein, ist aber auch ein echter Panzer. Und sieht auch ein bissl so aus :)
Also kran lieber wie immer...

cu
martin

STM
15.03.2005, 12:19
@Ferdi: dass ich muffig auf die bin, haben BEIDE Schuld.
Der Verkäufer und die Firma die ihn beschäftigt und Kompetenzen ausstattet.
:sportschi :duell

C. Goldberg
15.03.2005, 15:51
Martin
Ich antworte Dir mal fuer mein Boot und das von Peter.
An meinem Boot habe ich nur drei Gurte, zwei hinten am Spiegel und einer im vorderen Bereich. Hinten kann man die vorhandenen Skioesen verwenden bzw. nachruesten. Vorne habe ich auf der Rueckseite des Staukasten ein Schott welches ausreichend stark ist einen Wasserskihaken mit einer gut dimensionierten Gegenplatte anbringen lassen. Mein Boot hat ein Gewicht von ca. 850 kg. Alles ist auf doppeltes Gewicht ausgelegt.
Peter's Gurte sind hinten wieder am Spiegel und vorne an Haken befestigt deren Befestigungsschrauben durch den Rumpf gebohrt sind und ebenfalls mit einer ausreichend dimensionierten Gegenplatte versehen sind.
Gruss
Conny

www.schlauchboot.net

STM
15.03.2005, 21:00
@Conny:
danke für die beschreibung. das schott im staukasten vorne muss bei mir natürlich auch noch verstärkt werden - aber dann kann ich den Ring montieren- und dort anheben

SELVA sagt, dass man das Boot zwischen Schiösen und der rückseite der Bugöse(in Ankerkasten) ohneweiteres heben kann.

ich glaube, dass man da, mit der entsprechenden sicherheitszugabe, an jeder stelle des bootes einen kranhaken anbringen kann.

wenns die belastungen beim Fahren aushält, dann muss doch die GFK-Nussschale das bisschen heben allemal verkraften.

dodl-maritin: ich will dir natürlich grundsätzlich nicht widersprechen - aber prüf das mal gedanklich durch, was da beim fahren für kräfte auftreten könnten. wellen, springen, hindernisse :cognemur

was sich da kräftemäßig abspielt, ist doch sicher weit jenseits von 15000N - oder???

lGmartin

dodl
15.03.2005, 21:07
Wenn Selva sagt es geht, dann passts eh :)

Die Kraefte beim fahren sind aber ganz andere und treten auch woanders auf.
Aber zum Thema filigrane Deckskonstruktionen mehr am Montag im kleinen Kreis OK?

Jetzt setz ich mich hin und rechne dir aus wieviel Nm du beim 1m Sprung im Wasser umsetzen musst :lachen
Ist naemlich ueberraschend wenig.
Darf ich von einem Gewicht von 550kg ausgehen?

cu
martin

STM
15.03.2005, 21:36
550 ist ok
ich hoffe, dass wir beim heurigen nicht zu viel wahrheitswasser brauchen, um den kern des problems zu ergründen
lG

dodl
16.03.2005, 07:57
Morgen,

So, der einfachheit halber freier Fall aus 40cm Hoehe (immerhin is da der Prop komplett in der Luft).

Macht fuer 550kg bei einem Komplettabflug, 2432Nm kin. Energie die ueber den Rumpf verbraten werden muessen. Die Antriebsenergie setzt du ja wieder in Vortrieb um.
So wie ich das sehe, verteilen sich die 2400Nm im Wasser auf eine recht grosse Fläche und werden ja nicht schlagartig sondern im Verlauf des eintauchens ueber einen gewissen Dämpfungsweg abgebaut.

Moege der goeberl mir eine Gnackwatschn geben, wenns nicht stimmt oder zu sehr vereinfacht ist :D

cu
martin

PS: Natuerlich setzt du bei hoher Geschwindigkeit subjektiv haerter ein, weil das Boot wegen des hohen Auftriebs nicht so tief eintaucht. Die Gesamtenergie muesste aber gleich sein und wird halt lediglich statt ueber den Rumpf, ueber deine Bandscheiben abgebaut :17
Oder aber auch ueber die wabbernde Deckskonstruktion, um wieder aufs Thema zu kommen :futschlac

goeberl
16.03.2005, 12:14
martin (dodl), ist das jetzt eine herausforderung zum rechnen? (oder eher eine nötigung? :lachen )

ich überleg mir das problem mal. wobei mir gleich auffällt, dass es eigentlich noch keine richtige fragestellung gibt.

die 15000N die bei extremmanövern anfallen, wo sollen die wirken? ich mein hinten am spiegel beim beschleunigen kann ich mir das gut vorstellen.
beim aufsetzten nach einem abflug muß man glaub ich zwei komponenten berücksichtigen:
die energie, die aus den 40cm freier fall entsteht, ist die potentielle energie. die wäre in diesem fall 2158 Nm.
dazu kommt noch die potentielle energie aus der vorwärtsbewegung. bei sagen wir mal 55 km/h wären das 64375 Nm.

das verbraten der kinetischen energie kann man sich glaub ich nicht so leicht ausrechnen, höchstens, in dem man sich die geschw. vor und nach dem abflug anschaut. da spielt dann auch die rumpfform eine entscheidende rolle.

die potentielle energie wird beim einsetzen ins wasser komplett "verbraten". bitte zwing mich jetzt nicht die kräfte auszurechnen.

was man aber berücksichtigen muß ist, dass nicht die kraft ausschlaggeben ist, sondern die kraft pro fläche.


da ist es glaub ich bedeutend einfacher, siech die kraft auf die einzelnen aufhängungspunkte für die hebegurte zu berechnen.

lg martin

ps. bei meiner rechnerei zum offset ist nix brauchbares rausgekommen (bis jetzt). hab aber einen ansatz der vielversprechend ist. werd mir das auch ochmal genauer anschaun.