Einzelnen Beitrag anzeigen
  #12  
Alt 22.09.2014, 21:20
Pepone Pepone ist offline
Schlauchboot Profi
Treue-Sterne
 
Registriert seit: 07.03.2008
Beiträge: 313
Abgegebene Danke: 1.214
Erhielt 250 Danke für 127 Beiträge
Standard

Das Thema finde ich sehr gut und wichtig. Ich lese zwischendurch mal die Berichte der BSU
http://www.bsu-bund.de/DE/Publikatio...8536E.live2052

Man glaubt gar nicht welch blöden Zufälle und Missgeschicke in tödlichen Seeunfällen enden.

Aber dieses Jahr, im Urlaub, die eigene Erfahrung, die mich zumindest nachdenklich gemacht hat.

Thema hinterher fahren.

Wir waren wochenlang mit einem Urlaubsbekannten unterwegs, seine Fahrweise kenne ich und kann ich einschätzen.

Es ergab sich dann, dass sich ein Hausbewohner in zwei oder drei Touren eingeklinkt hat. Er fuhr ein älteres Festrumpfboot mit sehr flacher Rumpfbauweise, meines Erachtens für die See ungeeignet.

Er ist dann in unserem Heckwasser gefahren, damit er überhaupt vernünftig vorankommen konnte.
Da der Bug seines Bootes immer hoch stand, war mir schon klar, Gas wegnehmen oder aufstoppen bekommt er nicht mit. Das habe ich auch ein paar Mal auf einer Ausfahrt erlebt.
Wahrscheinlich hätte ich da besser mal etwas gesagt. Also vor dem Aufstoppen habe ich immer nach hinten geschaut oder bin zur Seite weg, weil er uns sonst ins Heck gefahren wäre.
Ich war immer froh, wenn er im Heckwasser des Bekannten gefahren ist.

Es ist alles gut gegangen.

Zwei der drei Tage nach seiner Abfahrt ist unser Bekannter mit seinem Leihboot unterwegs, vorne saßen zwei Kinder an der Reling.

Wir sind zum Zielort nachgefahren.

Am Treffpunkt waren Kinder, Mutter und Lebensgefährte total aufgelöst. Der Bekannte fährt gerne sehr sportlich und hatte bei voller Fahrt eine Welle ungünstig erwischt.
Die Schrauben der Reling sind abgebrochen bzw. herausgerissen, beide Kinder sind über Bord gegangen.

Er sagt, wie im Film ist das MOB Manöver abgelaufen. Wenn nicht, hätte er die Kinder wohl erwischt.
Im Heckwasser fahrend hätte der abgereiste Bootsfahrer die Kinder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gesehen und hätte sie überfahren.

Am Abend war unser Bekannter so fertig, dass er in Tränen ausgebrochen ist. Er war der Meinung, dass er leichtfertig das Leben der Kinder riskiert hat und mit der Heckwasserfahrerei an den Vortagen die Kinder zumindest von dem nachfolgenden Boot schwer verletzt worden wären.
Anschließend hat er sich abgefüllt.

Meines Erachtens können die beiden Kinder den zweiten Geburtstag feiern.

Wir haben die nächsten Tage noch mehrfach über das Thema gesprochen und waren uns einig, dass wir bisher der Meinung waren, dass wir eine vorsichtige und vorausschauende Fahrweise haben. Anscheinend ist das aber nicht der Fall oder es reicht noch nicht aus.

Unser Fazit:
Schön wenn man ein eigenes Boot hat uns sein Material kennt.

Hinter einem anderen her fahren, besser nicht bzw. nur mit viel Abstand und / oder geringer Geschwindigkeit und verdammt aufmerksam.
__________________
Gruß
Dieter
Marlin 21, Mercury Verado 175, Ellebi Trailer
Mit Zitat antworten
Folgende 16 Benutzer sagen Danke zu Pepone für den nützlichen Beitrag:
andy96kw (23.09.2014), detti (23.09.2014), Dieter B. (22.09.2014), dori (02.10.2014), Ferdi (22.09.2014), Grauer Bär (22.09.2014), ich264 (22.09.2014), Joerg R (22.09.2014), marcus (05.10.2014), Mimi (22.09.2014), Octopus (23.09.2014), Saemann (22.09.2014), sergio39 (23.09.2014), Tommy (23.09.2014), TSR-1995 (22.09.2014), Wolfgang (22.09.2014)