Einzelnen Beitrag anzeigen
  #2  
Alt 08.07.2006, 15:45
Benutzerbild von ghaffy
ghaffy ghaffy ist offline
Schlauchboot Profi
Treue-Sterne
 
Registriert seit: 07.01.2005
Beiträge: 439
Abgegebene Danke: 5
Erhielt 9 Danke für 9 Beiträge
Standard

Hallo Björn,

Ich kenn den Suzuki nicht.
Zwei Lichspulen wären aber sehr ungewöhnlich.
Normalerweise gibts einen Stator (Spule) für die Zündung. Diese Spannung wird in den Zündspulen hochtransformiert. Dieser Strom steht nur für die Zündung zur Verfügung und kann für Licht oder so nicht genutzt werden. Die Spannung dieser Spule für den Zündstrom liegt jenseits der 100 V, die Stromstärke ist gering und für zusätzliche Verbraucher nicht ausreichend.

Wenn ein E-Starter vorhanden ist, dann gibt es in jedem Fall einen weiteren Stator, der Ladestrom für die Batterie liefert (bei manchen Japanern gibts diese "Lichtspule" auch dann, wenn kein E-Starter verbaut ist. Erkennbar - neben dem Schaltplan - ist dies auf den ersten Blick an 2 gleichfärbigen Litzen, die unter der Schwungscheibe hervorkommen und nirgends angeschlossen sind. An diesen Litzen lassen sich - je nach Drehzahl - zwischen 10 und 20 V Wechselspannung messen.).

Dieser Stator leistet je nach Motor in der Regel zwischen 70 und 100 W. Das bedeutet, dass 10 A Strom nicht erreicht werden.
In jedem Fall gilt:
- Der erzeugte Strom ist Wechselstrom und muss gleichgerichtet werden (bei Modellen mit E-Starter ist natürlich ein Gleichrichter schon eingebaut).
- Eine ausreichend dimensionierte Batterie ist einzubauen, wenn zB ein Radio betrieben werden soll. Da die Aussenborder-"Lichtmaschine" wie ein Fahrrad-Dynamo funktioniert, steigt die Spannung rapide an, wenn nicht ausreichend Strom verbraucht wird. Es ist auch mit Batterie damit zu rechnen, dass bei voller Batterie die Bordspannung so um die 16 V liegen wird. Wer das seiner Batterie nicht zumuten will und wessen Radio das nicht veträgt, braucht einen Spannungsbegrenzer (dazu suche mal "Regler" im Forum, obwohl "Regler" nicht korrekt ist, weil die "Lima" beim Aubo nicht geregelt werden kann, sondern nur 2 Möglichkeiten bestehen: a) Stator und Batterie elektrisch trennen, wenn eine bestimmte Spannung erreicht wird, oder "überschüssigen" Strom verbraten. Beide Konzepte sind sinnvoll und machbar. Das einzige, wovor dringend abzuraten ist, sind Solarregler. Diese schliessen nämlich die Solarzelle beim Erreichen einer Grenzspannung kurz. Das macht einem Photovoltaik-Element bauartgemäß überhaupt nichts. Eine im Magnetfeld erregte kurzgeschlossene Spule hingegen erwärmt sich solange, bis die Wicklung durchbrennt. Das dauert zwar eine Weile, ist aber ein zwangsläufiges Ergebnis, und ein paar Hunderter für einen neuen Stator sind dann fällig.)

Wenn dein Motor keine "Lichtspule" eingebaut hat, dann ist es in der Regel möglich (wenn dieses Motormodell auch E-Starter ausgeliefert wird) einen Stator nachzurüsten. Der Preis dafür ist allerdings erheblich (ein paar Hunderter).

Normalerweise reicht für Tagesausflüge eine halbwegs grosse Batterie (>= 65 Ah) für Radio (beim Fahren kannst eh nicht hören), Kühlbox und ggf. Licht zum Heimfahren. Das reicht schon für einige Stunden. Aufladen dann halt wieder im Hafen/Auto/zuhaus.

Gruss
Andreas
Mit Zitat antworten