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Aussenbordmotoren Alles zum Thema Motoren, egal ob 2 oder 4-Takt

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  #1  
Alt 04.01.2009, 23:27
Benutzerbild von Dieter B.
Dieter B. Dieter B. ist offline
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Standard Getriebeölwechsel

So, heute geht es um das Wechsel des Getriebeöls bei 2-Takt Außenbordmotoren, wobei ich allerdings annehme, dass es bei 4-Takt Motoren gleich ist.

Einmal jährlich sollte man das Öl des Getriebes im Getriebegehäuse wechseln.

Das macht man üblicherweise nach der Saison im Spätherbst oder im Winter.
Derjenige, der seinen Motor zur Winterinspektion in die Werkstatt bringt, braucht nicht weiter zu lesen, da macht es die Werkstatt.

Vor dem Ölwechsel schaut man mal in die Bedienungsanleitung nach der Ölmenge, die man benötigt.

Ich beschreibe hier den Ölwechsel wiederum am Beispiel eines 30 PS Mercury Motors mit Normalschaft und Handstarter. Es ist ein Motor, der bei Tohatsu in Lizenz gebaut wurde, und es ist darum eigentlich ein Tohatsu 30 PS. Interessant darum, weil mein Motor 440 ml Getriebeöl braucht und der Mercury-Motor 270 ml.
In einer handelsüblichen Öltube befinden sich 250 ml Öl.
Man muss also zunächst einmal schauen, wie viel Öl brauche ich und es sich entsprechend im Handel oder bei e-bay kaufen.

So und nun schaut man sich seinen AB an und wird sehr schnell fündig, welche Schrauben man lösen muss, um das Öl zu wechseln.
Man braucht dazu einen großen Schraubendreher.
Beispiele:

Unbekannter Motor.


Getriebegehäuse eines kleineren Motors..

So, nun kommen wir zum Beispiel meines Motors. Interessanter Weise heißen die beiden Schrauben nicht Ablass- und Einfüllschrauben, sondern
die obere: Schmiermittel Entlüftungsschraube und
die untere: Schmiermittel-Füllschraube


Hier ein Bild:




Nun hält mal ein Auffanggefäß bereit und stellt es unter den Sporn des Schaftes.

Dann öffnet mal die untere sog. Füllschraube, um das Öl abzulassen. Widersprüchlich? Ja. Aber es geht ja noch weiter.
Jetzt läuft nämlich kein Öl heraus, es tröpfelt lediglich.
Im Getriebe herrscht ein Unterdruck, weil noch die obere Schraube geschlossen ist.
Also die obere Schraube öffnen.
Jetzt läuft das Getriebeöl aus der unteren Öffnung heraus.
(Unter beiden Schrauben befindet sich eine Dichtung. Nicht verlieren!
Die untere evtl. später im Öl suchen, falls sie weg ist :-))
Bei älteren Motoren hat die untere Schraube einen Magneten. Von diesem mit einem sauberen Tuch mögliche Metallspäne abwischen.



Die obere Schraube ist noch drin. Das Öl tröpfelt nur heraus.

Das ändert sich, wenn die obere Schraube heraus gedreht wird. Dann läuft das Öl ab.

Mein Tipp: Jetzt erst einmal eine Tasse Kaffee trinken oder die eine oder andere Zigarette rauchen. Das Öl nämlich lange abtropfen lassen!

Danach:



Die Tube mit dem 250 ml Getriebeöl (die Spitze ist immer konisch zulaufend) völlig entspannt und nicht zitternd ( ) in die Öffnung der unteren Schraube (Aha, Schmiermittel-Füllschraube) drücken und die Tube solange leer drücken, BIS OBEN ÖL HERAUS LÄUFT!. (Aha: Schmiermittel Entlüftungsschraube).
Benötigt man mehr Öl, als in einer Tube drin ist, vorher die zweite Tube geöffnet bereit halten, wechseln und die zweite Tube so lange ausdrücken, bis das Öl oben austritt.
Dann die Tube unten weiter gegenhalten,die obere Schraube einschrauben und gegen ziehen.
Nun unten die Tube abnehmen und die untere Schraube wieder einschrauben.



Liest sich vielleicht kompliziert, ist es aber nicht. Vor allem: Das Schlimmste was passieren kann ist, dass man noch eine Tube kaufen muss. Kaputt kann nichts gehen.
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Gruß Dieter, der, der mit seiner Koreapelle absolut glücklich ist!


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Folgende 4 Benutzer sagen Danke zu Dieter B. für den nützlichen Beitrag:
drueckerich (10.02.2013), hooh (24.05.2011), maxum (24.02.2012), Octopus (07.08.2013)
  #2  
Alt 04.01.2009, 23:34
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Hi Dieter, wieder klasse geschrieben und bebildert

Aber... ich sehe da Eiche- Furnier im Hintergrund einiger Fotos und Fliesen auf dem Boden ...Du hast das Öl doch wohl nicht im Wohnzimmer gewechselt (von wegen entmündigen)?!
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Grüsse
Werner

Scheint die Sonne auf das Schwert, macht der Segler was verkehrt...
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  #3  
Alt 04.01.2009, 23:36
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S U P E R Beschrieben

Danke

Auch für die gut beschriebenen Bilder
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Viele Grüße

Klaus

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.................aber jetzt wird es etwas schneller
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  #4  
Alt 04.01.2009, 23:43
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Zitat:
Zitat von hausmeisterkrause Beitrag anzeigen
Hi Dieter, wieder klasse geschrieben und bebildert

Aber... ich sehe da Eiche- Furnier im Hintergrund einiger Fotos und Fliesen auf dem Boden ...Du hast das Öl doch wohl nicht im Wohnzimmer gewechselt (von wegen entmündigen)?!
Und der Testlauf in der Badewanne steht auch noch aus!

Hast Du prima gemacht Dieter!

Noch eine kleine Ergänzung wäre, dass die Dichtungen an den Schrauben oft aus Papier sind, und man dann am Besten 4 Cent in neue Dichtungen investiert. Außerdem sollte man sich das Öl beim Ablassen bzw. hinterher im Gefäß anschauen und darauf achten, ob es Wasser enthält.


(Ich Stelle mir meinen Motor jetzt auch ins Wohnzimmer )
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Boris

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  #5  
Alt 04.01.2009, 23:43
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Zitat:
Zitat von hausmeisterkrause Beitrag anzeigen
Aber... ich sehe da Eiche- Furnier im Hintergrund einiger Fotos und Fliesen auf dem Boden ...Du hast das Öl doch wohl nicht im Wohnzimmer gewechselt (von wegen entmündigen)?!
Da hat er Recht, so´ne Werkstatt hätt ich auch mal
und der eine Motorschaft sieht aus wie gemahlt.
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Klaus

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  #6  
Alt 04.01.2009, 23:58
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Dieter B. Dieter B. ist offline
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**Hüstel** - l e i s e - ich sitze gerade in der Aufnahmestation des Klinikums Nord - Station 36. Da, wo ich früher bei den Bekna............die Brandursache gesucht habe, wenn sie mal wieder Feuer gelegt haben und tippe auf meinem Laptop herum....................

NEIN !!! Mein Keller ist voll gestellt mit alten Möbeln und hat einen Betonboden, der allerdings ausgelegt ist. Aber gut beobachtet . Die ersten beiden Bilder müssten hier aus dem Forum stammen.

Sagt mal, ich bin ja nun Penschionär und kann ausschlafen -aber ihr???


Bis dann - Dieter
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  #7  
Alt 05.01.2009, 00:04
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  #8  
Alt 05.01.2009, 00:40
Boris Boris ist offline
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Zitat:
Zitat von Dieter B. Beitrag anzeigen
**Hüstel** - l e i s e - ich sitze gerade in der Aufnahmestation des Klinikums Nord - Station 36. Da, wo ich früher bei den Bekna............die Brandursache gesucht habe, wenn sie mal wieder Feuer gelegt haben und tippe auf meinem Laptop herum....................
...
Bis dann - Dieter
Und was machst Du da? Zu Besuch, wieder aus dem Ruhestand geholt, oder zur eigenen Klientel geworden (und ein wenig am Eichenfurnier gezündelt)?
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  #9  
Alt 05.01.2009, 00:59
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Zitat:
Zitat von Boris Beitrag anzeigen
Und was machst Du da? Zu Besuch, wieder aus dem Ruhestand geholt, oder zur eigenen Klientel geworden (und ein wenig am Eichenfurnier gezündelt)?
Nö nö, das war wegen der Prüfung des Entmüdigungsantrages. .

So, Gut's Nächtle

Dieter
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  #10  
Alt 05.01.2009, 06:25
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Moin Dieter,
klasse beschrieben,
noch ein kleiner Tipp,
Erst beide Schrauben prüfen ob sie aufgehen.
Vor dem einfüllen das Öl erwärmen (auf der Heizung oder die Tube in warmes Wasser legen),so geht es leichter rein und evtl. Luftbläschen steigen schneller auf.
Da ich ja nur Autogetriebeöl verwende (welches es nicht in Tuben gibt),
schließe ich eine Klarsichtschlauch an der unteren Füllschraube an,
und ziehe mit Unterdruck das Öl ins Unterwasserteil.
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  #11  
Alt 05.01.2009, 10:09
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Ich habe mich auch gewundert, warum die Füllöffnung unten ist und deshalb (schon vor längerer Zeit) mal einen Bootsmotorenmechaniker gefragt.

Er meinte, daß es es auf Grund der Getriebebauart unter Umständen beim Befüllen von Oben zu Lufteinschlüssen kommen kann.
Diese wiederum reduzieren nach einigen Umdrehungen die nötige Ölmenge und somit den eigentlich vorgeschriebenen Ölstand.
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Gruß Thomas

Boot: Shetland 536, Motor: E-Tec 90, Trailer: Brenderup B018B
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  #12  
Alt 05.01.2009, 10:53
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Zitat:
Zitat von ThomasW Beitrag anzeigen
Ich habe mich auch gewundert, warum die Füllöffnung unten ist und deshalb (schon vor längerer Zeit) mal einen Bootsmotorenmechaniker gefragt.

Er meinte, daß es es auf Grund der Getriebebauart unter Umständen beim Befüllen von Oben zu Lufteinschlüssen kommen kann.
Diese wiederum reduzieren nach einigen Umdrehungen die nötige Ölmenge und somit den eigentlich vorgeschriebenen Ölstand.
Das stimmt bedingt Thomas. Du musst mal versuchen, wie ich zu Beginn meiner Bootszeit, durch das 4 oder 5mm (?) Loch oben das Getriebeöl einzufüllen und gleichzeitig die Luft heraus zu lassen :-). Das dauert Stunden und ein großer Teil des Öls läuft daneben.

Gruß Dieter
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  #13  
Alt 05.01.2009, 13:41
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Zitat:
Zitat von Dieter B. Beitrag anzeigen
... Du musst mal versuchen.. durch das 4 oder 5mm (?) Loch oben das Getriebeöl einzufüllen...
Hab ich das 1. mal auch so gemacht

Zitat:
Zitat von Dieter B. Beitrag anzeigen
...Das dauert Stunden und ein großer Teil des Öls läuft daneben...
Bei meinem 1. Evinrude waren beide Schrauben M8x1 und somit ging es einigermaßen - nach 1h Stunde (und Auffangen der Menge die davon läuft ) hatte ich die empfohlene Menge drin


Ich denke nun aber auch, daß der Hauptgrund die Entstehung eines Überdruckes ist, der sich bildet, wenn man von oben versucht, das Öl reinzudrücken und keine Enlüftung frei hat.
Wobei man dies auch durch 2 nebeneinanderliegende Bohrungen erreichen könnte -> somit wird wohl auch die Blasenbbildung eine Rolle spielen.

Wichtig auf jeden Fall: immer von unten Befüllen


PS: Auf jeden Fall hilft so eine tolle Beschreibung für die Zukunft
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Gruß Thomas

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  #14  
Alt 06.01.2009, 16:37
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goeberl goeberl ist offline
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danke für die super beschreibung dieter . ein kleiner hinweis noch zum öl: die tuben sind super für kleine getriebe, wenn man aber mehr als die 300ml oder was halt drinnen ist, braucht, muß man tube wechseln und dann wirds eine patzerei. da ist dann eine getriebeölpumpe praktischer. ausserdem ist es auch eine kostenfrage. und wer schemeißt schon gern das geld zum fenster raus?
also: man kauft sich eine handpumpe für getriebeölflaschen, kostenpunkt: 17 euro zb. bei maritimo, und dann kann man das öl in flaschen kaufen. die 300ml tube kostet 7,10, die 950ml flasche 8,95, alle preise von maritimo, aber wird in anderen shops ähnlich sein. ist halt einmal eine anschaffung, aber bereits nach zwei oder drei ölwechseln zahlt es sich aus.
lg martin
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  #15  
Alt 06.01.2009, 18:35
Benutzerbild von Dieter B.
Dieter B. Dieter B. ist offline
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Zitat:
Zitat von goeberl Beitrag anzeigen
danke für die super beschreibung dieter . ein kleiner hinweis noch zum öl: die tuben sind super für kleine getriebe, wenn man aber mehr als die 300ml oder was halt drinnen ist, braucht, muß man tube wechseln und dann wirds eine patzerei. da ist dann eine getriebeölpumpe praktischer. ausserdem ist es auch eine kostenfrage. und wer schemeißt schon gern das geld zum fenster raus?
also: man kauft sich eine handpumpe für getriebeölflaschen, kostenpunkt: 17 euro zb. bei maritimo, und dann kann man das öl in flaschen kaufen. die 300ml tube kostet 7,10, die 950ml flasche 8,95, alle preise von maritimo, aber wird in anderen shops ähnlich sein. ist halt einmal eine anschaffung, aber bereits nach zwei oder drei ölwechseln zahlt es sich aus.
lg martin
Richtig Martin, hatte ich auch, der Anschluss von Mercury passte jedoch nicht in das Loch von Tohatsu .

Allerdings musste ich auch die Tube wechseln. Flutsch, Tube weg. Finger drauf und flutsch Finger weg und neue Tube drauf. War eigentlich ne ganz saubere Sache - es sei denn, macht macht das Öl warm, wie auch schon vorgeschlagen **grien**, dann geht mehr daneben.

Gruß Dieter
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