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Festrumpfschlauchboote Rib´s Alles zu Schlauchbooten mit GFK oder festem Rumpf

 
 
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Alt 20.06.2005, 21:02
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Ferdi Ferdi ist offline
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Reden wenn einer eine Reise tut, ...

dann kann er was erzählen .

So Freunde, hier mein Bericht der Livorno(Cecina)-Reise, zur Abwechslung mal als Erlebnisbericht, und nicht als Bildergeschichte (hab einfach zu wenige Fotos davon).

So, nachdem im "kl. Trostplaster" Thread ja schon das große Rätselraten angefangen hat und ich zu einer Aussage/Bekanntgabe des Ergebnisses gedrängt werde/wurde, bitteschön, hier könnt ihr die "ganze Wahrheit" lesen.

Also,
den meisten hier wird ja nicht ganz unbekannt sein, dass ich mich ev. und überhaupt schon seit einiger Zeit nach einem größeren Booterl umschaue.
Das ZAR53 sticht mir ja schon seit Genua 2003 im Auge , in Tulln 2005 ist noch das Extreme 500 dazugekommen.
Nachdem ich geistig noch nicht ganz so weit bin, einfach € 20,000,-- zusätzlich in die Hand zu nehmen (also eigentlich ca. 30.000) und mir ein neues ZAR oder Extreme zu kaufen, hab ich mich also auf die Gebrauchtsuche gemacht, meistens in den italienischen Links und Gebrauchtbösrsen von Rotti. Manche werden auch bemerkt haben, dass ich mich auf engl. Seiten herumgetrieben habe .
Naja, und wie es so ist, wenn man sucht, dann findet man auch was.
Im Endeffekt waren's glaub ich ca. 5 Zar53 mit unterschiedlichsten Motoren, mit und ohne Hänger.
Also hab ich eine gute Freundin von mir, nämlich Sonja, gebeten, ob sie nicht mit mir gemeinsam die Nummern einmal durchtelefonieren könnte und danach ev. mailen. ich hab nämlich (leider) die Erfahrung gemacht, dass die Italiener kaum deutsch bzw. englisch sprechen, dafür aber perfekt italienisch , da haperts aber wieder bei mir ganz ordentlich . Und Sonja ist italienisch Dolmetscherin, hat eine Zeit lang in Itlaien gelebt, und ist ausserdem noch eine ganz Liebe .
Also haben wir durchtelefoniert, ein paar waren schon weg, und zum Schluss hat sich ein ZAR53 als mein persönlicher Favorit herauskristllisiert.
Alessandro, dem das Boot gehört, war (lt. Sonja) auch ein ganz lieber Kontakt, sowohl am Telefon, als auch per Mail.
Achso, ja, ein ZAR53, komplett ausgestattet mit Niro-Rollbar, (brauch ich, weil die GFK-Version nicht umlegbar ist), Fahrplane, Sonnendach zu Rollbar, alle ZAR-Einbauten wie Blower, Tank, Schalterpaneel, komplette Sonnenliege, - mit einem Yamaha F115 ETL (also ein 4-Takter, so wie dem Michel seiner, 64 Stunden auf der Uhr) + einem Simacar 1000 Hänger.





Das Boot aus 2002, Motor und Hänger aus 2004. Alles zusammen um € 23.000,--

Nach langem Hin+Her, der 1000kg -Hänger ist mir zu klein gewesen (ich komm beim Zusammenzählen auf mind. 1100kg incl. Hänger, eher mehr) und unzähligen Mails zw. Sonja und Alessandro und Sonja und mir, Anfragen von mir bei Schiffahrtsbehörde, Formenti und Yamaha wegen fehlender deutscher CE und Konformitätserklärungen ......., hat sich Sonja angeboten, mit mir nach Cecina (bei Livorno) zu fahren und das Boot zu besichtigen und gleich mit raufzunehmen und mir in dieser Zeit zu dolmetschen. Alessandro kann nämlich keinen Laut englisch und deutsch, es wäre also alleine etwas mühsam geworden.

Vor dem Runterfahren waren 2 Punkte, bei denen ich ein bißchen Bauchweh hatte:
1) der 1000kg Hänger
2) der Unterwasseranstrich, den das Boot hat
Den Preis hatten wir mittlerweile auf 22.500,-- fix, ich hab also am Freitag das Geld abgehoben und wird sind dann am Samstag in der Früh aufgebrochen, und während der etwa 9 stündigen Reise (incl. kurzer Pausen für natürliche Bedürfnisse) hab ich einen italienisch Crashkurs von Sonja erhalten , und beim Rauffahren wieder .

Langer Rede kurzer Sinn, wir haben auch noch eine Bekannte von Sonja am SA Abend besucht in der Nähe, alle waren super lieb, Mama, Papa, Schwester, Katzerln, Alessandro natürlich. Wir haben ein ganzes Appartement mit 5 Betten, Küche und Bad zur Verfügung gestellt bekommen, und das ZAR53 hat auf den 1. Blick auch super ausgeschaut .



Tja, aber leider nur auf den ersten Blick.
Und jetzt kommt die Liste (obwohl ich Michels Kaufliste nicht mithatte ), wo ich immer mehr ins Grübeln gekommen bin.
Das Boot kam direkt (am Vortag) von einer Aufbereitung (geputzt, neuer Unterwasseranstrich).

1) der Motor war innen doch etwas salzverkrustet (ok, ein reiner Meermotor, aber trotzdem, zum Verkaufen ? ) und zum Teil schon ziemlich oxidiert (z.B. Schalt/Gas-züge), aber nur äußerlich.
2) der hintere Stauraum sah aus, als wäre er schon sehr lange nicht mehr gereinigt worden.
3) im vorderen Stauraum und im Stauraum unter der Konsole lag dicker, feuchter Dreck (sah aus wie eine Mischung aus "abgekletzeltem Silikon und Schleifstaub ), dazu haufenweise abgerissene(ausgebohrte ) Nieten und ein paar übrige Nietnägel.
dazu die Stauräume mit Teppichen, Sperrholz und Eisenhaken "verbastelt".
4) ein so kleiner Batteriekasten, dass da max. eine 45 AH Batterie drinnen Platz hat (hab nicht reingeschaut in den Battebriekasten)- bei einem 115PS Motor .
5) hinten am Spiegel, beim Übergang zum Rumpf war ein ca. 5cm breites und 1cm tiefes Stück ausgebrochen und nicht wieder mit GFK oder Gelcoat zugeschmiert, sondern einfach mit der schwarzen Farbe vom Unterwasseranstrich überpinselt.
6) was verbirgt sich unter dem Unterwasseranstrich ? (ok, hab ich schon beim Runterfahren gewusst)
6) 1000kg Hänger (hab ich auch schon gewusst)
7) Hänger Bremsnabe Aussenseite innen verrostet, Radnabe aussen voll rostig, Felge rostig, Bremskabel voll rostig -sehr vertrauenerweckend für einen 1050km weite Heimreise . Wie schaun die Lager aus ?
8) Schläuche voll, aber nicht wirklich prall, lt. Alessandro aber der richtige Druck
9) auf die Frage, ob der Motor voll ok ist, stürzt Alessandro zum Zündschlüssel und will ihn sofort starten . Ich konnte ihn grade noch abhalten, den Motor ohne Wasser anzustarten :sportschi .

Mein Gefühl wurde immer schlimmer .

Am nächsten Vormittag (SO) war Probefahrt ausgemacht. Nur ca. 3-5km entfernt gibt es einen öffentlichen Slip.
Boot angehängt, meine mitgebrachten Probekennzeichen montiert, hingefahren. Schon nach ein paar hundert Metern kommt mir das Auto vor, als ob 150kg auf die Kupplung drücken würden . Alessandro meint, der Hänger ist auf 60kg Stützlast eingestellt .

Naja, beim Slip erwartet uns das ganz normale italienische Slipchaos am SO Vormittag. Eine urlange verwinkelte Zufahrt zw. Wohnmobilen, dann Gespann ausgerichtet und ca. 200 Meter im Retourgang und Blindflug zum Slip.
Gleichzeitig wollen 2 weg, andere kommen wieder.
Boot im flachsten je gesehenen Wasser reingeslippt (Hänger steht bis knapp unter der Achse im Wasser. Beim Slippen sehen wir auch, warum ich so viel Stützlast hatte.
10) Das Boot ist nämlich am Hänger gute 20-30cm nach vorne gekommen, weil der Kielanschlag nach unten gerutscht war . Natürlich war das Boot nicht mit Gurten gegen Verrutschen nach vorne gesichert, das hab ich erst beim Zurückfahren mit meinem mitgebrachten Gurt dann gemacht .
Nach dem Slippen hab ich im Chaos auch noch einen Platz für Auto+ Hänger suchen müssen , obwohl durch die SO-Badegäste schon alles zugeparkt war . Auch geschafft.

und jetzt der obergeile Teil - ZAR53 /F115 Fahren .
Das Boot lief einwandfrei, es war ziemlicher Seegang, der Yamaha dreht hoch wie eine leise Turbine, das ZAR schiebt sich ohne merklichen Übergang von Verdränger in Gleitfahrt. Ich hätte nicht gedacht, dass das so geht. Ich fahr ja doch schon ein paar Jahre Schlauchboote und RIBs, aber, dass ich nicht wirklich spüre, ob ich in Gleit- oder Verdrängerfahrt bin, das war eine neue Erfahrung für mich. Aber keine schlechte - das ideale Boot für die Lagune und die Kanäle mit den Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Sonja hat dann auch bald bemerkt, dass die Sonnenliege, auch bei einem ZAR53, nicht der ideale Ort bei Seegang und Testfahrt ist .
Geschwindigkeit lt. Staudruckmesser -ca. 44 MPH, zu dritt im Boot (da war Sonja schon am hinteren Bankerl ).

11) das Echolot zeigt an was es will, nur keine richtige Wassertiefe, und piepst permanent (naja, es zeigt ja auch nix an).

das Auto war beim Holen natürlich fast vollständig zugeparkt, aber ich hab ja nur einen 7m Hänger hinten drauf gehabt .

12) Beim Rausslippen wär mir dann fast ein Oberarm ala Schwarzenegger gewachsen - keine 2-Gang-Winde

Beim Zurückfahren und dort dann natürlich langes Gesicht bei Alessandro, weil Sonja ihm klarmacht, dass ich das Boot doch nicht mitnehme, aus oben genannten Gründen.

Dazu muss ich natürlich sagen, ich hatte ja die ganze Zeit das Geld "am Mann" und hab eigentlich schon damit gerechnet, das Boot mit nach Hause zu nehmen. Und jeder der obigen Punkte für sich alleine bzw. noch zusammen mit einem anderen wär noch nicht das Problem gewesen. Erst die Summe aller Teile, ein offensichtlich seit 2 Jahren nur gefahrenes und gestandenes, aber nicht gepflegtes Boot, von jemandem, der sich nicht gut auskennt (siehe Motorstart ohne Wasser weiter oben und die angeblich richtig aufgeblasenen Schläuche, die viel zuwenig Luft hatten und beim Fahren zitterten wie Espenlaub), erst das Gesamtbild hat den Ausschlag gegeben.

Wir sind dann trotzdem noch zum Mittagessen eingeladen worden (wo ich von der ital. Konversation natürlich schon urviel mitbekommen habe, nach dem Crashkurs ) und um 15 Uhr oder so ohne ZAR, dafür noch mit dem Geld, Richtung Heimat aufgebrochen.

Nach etlichen Telefonaten auf der Autostrada, haben STM Martin, seine Elfi, Manfred N8falke und wir beide noch zu einem Mini-Forumstreffen in einer Pizzeria in Velden zusammengefunden, wo ich obige Schilderung natürlich sofort mündlich geben musste, unter vielen Zwischenfragen natürlich und den Bestätigungen von Sonja, die das alles glaub ich auch nicht so richtig nachvollziehen kann, weil für sie war ZAR-Fahren einfach nur geil

v.l.n.r. - Sonja "la Dolmetsch", Elfi, Martin


Dick und Doof (Manfred und Ferdi)


Nach 2-stündigem Plaudern sind wir dann um 22 Uhr weitergefahren, und um 2 Uhr war ich zu Hause, ohne Zar , dafür mit Erleichterung, je mehr ich darüber nachgedacht habe .

An dieser Stelle - danke Sonja für die 3 Tage (incl. heutigem Urlaub), die Du für mich geopfert hast, auch wenn's natürlich nicht immer ein Opfer war .
Also, hier , auch natürlich dafür, dass Du angeboten hast, das jederzeit zu wiederholen .
Na, wenn, dann hoffentlich mit anderem Ausgang .

Fazit - 2100km gefahren, und heute wieder mit meinem Manta auf der Donau, um Sonja den Unterschied zw. ZAR53 und Manta klarzumachen.
Hat aber nicht ganz funktioniert, weil's heute babypopoglatt war und keine Wellen waren .


PS:
Punkt 13) bring ich als PS, weil's die Ratio nicht beeinflusst hat, den Bauch dafür umso mehr .
In der Nacht von SA auf SO hab ich geträumt, dass ich beim Besichtigen des ZAR aus dem hinteren Stauraum, der ja riesig ist, durch einen Riss im GFK nach aussen sehen konnte . Was meint ihr, mit so einem Traum kann man doch das Boot nicht kaufen, oder ? Einmal abgesehen, von den 12 Punkten vorher .
__________________
lg
Ferdi

Boot-loser Admin
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Jo-sch (12.04.2010)
 

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