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Alt 08.12.2010, 00:09
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Zitat:
Zitat von Grauer Bär Beitrag anzeigen
Zwischenbericht:

So.....

Am Montag habe ich die vorhandene Konsole komplett abgeschliffen....aus Siebdruck habe ich "Sperrholz" gemacht.

Das ist eine nicht empfehlenswerte Arbeit.

Positiv: Schleifen kann ich jetzt :-)

Fräsen geht auch sehr gut nur das Biegen von Sperrholz bereitet noch Probleme. Angeblich gibt es im Auto HiFi Bereich
gut biegbares Sperrholz...

Jetzt überlege ich ob ich die Sperrholzkonsole (die Kiste) LACKIERE oder LAMINIERE.

Eigentlich bin ich für LAMINIEREN. Hat schon jemand Erfahrung mit dem Laminieren von Sperrholz gesammelt ?

Zwei oder drei Lagen ? 250 gr/m^2 oder Dicker ? Topcoat ?

Doch, ich habe "Waters" Trööts gelesen...

Wenn ich genug Erfahrung mit Schleifen, Fräsen und Laminieren gesammelt habe spricht nichts dagegen sich an die endgültige

Konstruktion zu begeben...

Aber Zur Zeit komme ich ´nur ein bis zweimal die Woche in den Bastelkeller. Aber der Winter ist ja noch lang !


Hallo Stefan!

Die Möglichkeiten der Herstellung einer Konsole sind vielfältig. Man sollte aber immer darauf achten, dass die Materialien neben geforderten Eigenschaften wie Biegesteifigkeit und geringem Gewicht auch dauerhaft witterungsbeständig sind.

Ich habe Deinen Trööt einmal kurz überflogen.

Meine Anmerkung: Vergesse Siebdruckplatten. Die haben im Boot nichts zu suchen.

In Frage kommt beim Holzeinsatz nur wasserfest verleimtes Industriesperrholz mit der Spezifikation "AW 100".

Ob das auch vom GL zertifiziert ist, ist für Dich als Selbstbauer eigentlich egal.

Bau und Gestaltungsmöglichkeiten einer Sitzkonsole:

Brauche ich nur eine, oder soll es eine Serienproduktion werden?

Die Antwort ist eigentlich schon klar: Du brauchst nur eine.

Wenn ein Bauteil aber nicht all zu groß und materialaufwändig ist, kann es aber trotzdem sinnvoll sein, den etwas aufwändigeren Weg über Positivkern, Negativform und Fertigteil zu gehen.

Die Kosten wären bei dem, was Du vorhast, nebensächlich, obgleich der Arbeitsaufwand höher ist. Da Du Dich aber nicht selbst bezahlen musst und das Ganze für Dich auch unter "Spass" abzubuchen ist, wäre auch das "Mehr" an Arbeitsaufwand eigentlich egal, oder bedeutungslos.

Ich nenne Dir jetzt einmal -2- grundsätzlich "machbare" Varianten.

Du musst dann entscheiden, was Du willst.

Erste (einfache) Variante mit relativ wenig gestalterischen Möglichkeiten:

10 mm AW 100, von außen überzogen mit -3- Lagen Matten a 450 gr./m². Anschließend beischleifen im Bereich der Übergänge, beispachteln mit Glasfaserspachtel, beischleifen, Feinspachtel, beischleifen, füllern und mit 2K-Lack lackieren.

Von innen würde ich "G4", ein 1K-Harz, auftragen. "G4" deshalb, weil es innen keine UV-Belastung gibt. Bei UV-Belastung nimmt man grundsätzlich "G8".

Gekrümmte Flächen kann man mit etwa 1 bis 1,5 cm breiten Lattenstreifen aus AW 100 herstellen. Je "gekrümmter", um so dünner muss das Material sein.

Im Prinzip reichen im Armaturenbrettbereich (gekrümmt) schon Materialstärken aus AW 100 von 3 mm, die dann mit den -3- genannten Lagen überzogen werden.

Soweit zur "Einmalvariante".

Wenn man alles etwas "künstlerischer" von der Formgestaltung her angehen will, nimmt man die etwas aufwändigere Bauvariante über Positivkern, Negativform und Fertigteil.

Man erreicht dann beim Fertigteil eine höhere Funktionalität, bei besserer Formgebung und geringerem Gewicht.

Der Bau ist dann aber grundsätzlich etwas anders:

Der Positivkern wird der Negativform wegen auch in den "geraden" Flächen etwas "überwölbt" hergestellt, damit gerade Flächen nicht "wellig" werden.

Das hängt mit dem "Schrumpfverhalten" der Harze zusammen.

Das liegt bei "Formbauharz" bei 2 % und bei "Laminierharz" bei 6 %.

Zu beachten gilt, dass der Positivkern auf der "rückwärtigen" Seite Deines Bauteils von der Größe her etwa 1 cm größer sein muss, als auf der Vorderseite. Sonst klappt das nicht mit dem Entformen, und die ganze Arbeit war für die Tonne.

Benötigt man eine Form, bzw. ein Fertigteil, welches im rückwärtigen Bereich "fülliger" ist, muss man gegebenenfalls mit mehrteiligen Formen arbeiten.

Die zu erstellende Form könntest Du für dieses Bauteil mit -12- Lagen Matte a 450 gr./m² herstellen in Verbindung mit einem dunklen Harz für die Oberschicht.

Das spätere Fertigteil könntest Du wie folgt herstellen/laminieren:

Gelcoat etwa 500 gr./m² als Oberflächenharz (spätere Außenseite).
1. Lage Matte 225 gr./m² als Oberflächenmatte
2. Lage Matte 450 gr./m²
3. Lage Rovinggewebe 600 gr./m²
4. Lage Matte 450 gr./m²
5. Lage Rovinggewebe 600 gr./m²
6. Lage Matte 450 gr./m²
7. Lage Rovinggewebe 600 gr./m²
8. Lage Matte 450 gr./m²

Ich sage jetzt einmal etwas zum Materialeinsatz und Arbeitsaufwand, aber nur so aus dem "hohlen Bauch heraus", damit Du einen etwaigen Überblick über die anstehenden Arbeiten bekommst.

1. Variante (ein Einzelteil als Fertigteil)

Material komplett etwa 100 Euro inkl. eigenständiger Sattlerarbeit mit Schaumstoff und Kunstleder.

Arbeitsaufwand meiner Schätzung nach: 40 Arbeitsstunden


2. Variante über Negativform

Material komplett etwa 250 Euro inkl. eigenständiger Sattlerarbeit.

Arbeitsaufwand meiner Schätzung nach: 70 Arbeitsstunden


Falls Du noch weitere Fragen zu meinem Beitrag hast, musst Du nachfragen.

Und wenn Dir das Ganze zu theoretisch war, kannst Du mich gerne einmal am Wochenende besuchen. Wir wohnen schließlich nur etwa 15 km auseinander.

Erklärungen gebe ich Dir gerne, nur arbeiten musst Du selbst und auch bei Dir zu Hause, weil ich das Gewerbe abgemeldet habe und für Andere nicht mehr arbeite.


Gruß Walter

Geändert von Water (08.12.2010 um 00:16 Uhr)
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